surya

Do your practice and all is coming. (Sri K. Patthabi Jois)

Ashtanga Yoga - Meditation in Bewegung

Geschichte

Der Begriff Ashtanga bedeutet wörtlich "Acht Glieder" und meint ursprünglich acht Disziplinen, welche die Grundlage für viele Yogarichtungen bilden. Sie wurden im Yoga Sutra des Patanjali beschrieben. Diese 195 philosophischen Leitsätze sind ca. 2000 Jahre alt, aber immer noch hochaktuell! Die darin beschriebenen Glieder sind:

  1. Yama (Verhalten gegenüber anderen)
  2. Niyama (Umgang mit sich selbst)
  3. Asana (Positionen)
  4. Pranayama (Kontrolle des Atems)
  5. Pratyahara (Rückzug der Sinne)
  6. Dharana (Konzentration)
  7. Dhyana (Meditation)
  8. Samadhi (Versenkung)

Das Yogasystem, welches auf dem Yoga Sutra beruht, wird häufig auch als Raja Yoga bezeichnet.

Ashtanga (Vinyasa) Yoga

Mit Ashtanga Yoga meint man heute meist Ashtanga Vinyasa Yoga. 1948 gründete Sri K. Patthabi Jois das "Ashtanga Yoga Research Institute" in Mysore. In den Siebziger Jahren besuchten zunehmend Amerikaner und Europäer Mysore, um die Methode von ihm zu lernen. Von da an bahnte sich das Ashtanga Yoga seinen Weg in den Westen und ist heute einer der bekanntesten Yoga-Stile.
Patthabi Jois erlernte die Methode von T. Krishnamacharya, der lange Zeit durch den Maharadscha von Mysore gefördert wurde. Krishnamacharya selbst lebte über sieben Jahre im Himalaya. Dort wurde er durch Rama Mohan Brahmachari in Asana, Pranayama und Vinyasa unterwiesen und studierte traditionelle Schriften. Unter ihnen soll die sogenannte "Yoga Korunta" gewesen sein, die eine Auflistung der Positionen des Ashtanga Yoga enthalten haben soll.

Praxis

Die Ashtanga-Praxis besteht aus einer festgelegten Abfolge von Positionen, die sich aus Sonnengrüßen, stehenden Positionen, einem Mittelteil und der Schlusssequenz zusammensetzt. Der Mittelteil besteht aus einer der 6 "Serien", die aufeinander aufbauend erlernt werden können. Dabei bietet schon die erste Serie, die sogenannte Yogatherapie, genügend Stoff, um tiefgreifende Veränderungen in Körper und Geist zu erfahren.

"Primary Series – very important! Second Series – little important!
Advanced Series – not important, just circus tricks! (Sri K. Patthabi Jois)"

Vinyasa

Ein wichtiges Konzept des Ashtanga Yoga ist das Vinyasa. Vinyasa bedeutet Synchronisation von Atmung und Bewegung. Jede Bewegung wird durch eine Einatmung oder Ausatmung initiiert und jede Position für eine feste Anzahl von Atemzügen gehalten. Ist der Ablauf erst einmal gelernt, dann kann die Praxis zur Meditation in Bewegung werden.

"When breath control is correct, mind control is possible. (Sri K. Patthabi Jois)"

Ujjayi - Der Atem des Meeres

Ujjayi ist eine Atemtechnik, die während der Praxis ausgeführt wird. Dabei entsteht im Rachenraum ein Geräusch, welches an das Rauschen des Meeres erinnert. Diese Technik ermöglicht eine tiefe, kontrollierte und gleichmäßige Atmung, sodass sich fließende Bewegungen wie Wogen im Körper entfalten können.

Bandha

Bandhas sind Körperverschlüsse, die wie Ventile den Fluss der Energie im Körper lenken und vor Verletzungen schützen können. Das Mula Bandha befindet sich im Beckenboden und liefert durch Verwurzelung nach unten Stabilität. Das Uddiyana Bandha wird erreicht, indem man den Bauchnabel nach innen zieht. Die daraufhin aufstrebende Energie verleiht Leichtigkeit in der Praxis.

Drishti

Beim Ashtanga Yoga gehört zu jeder Position eine Blickrichtung, der sogenannte Drishti. Dieser dient dem Rückzug der Sinne und ermöglicht es, die Wahrnehmung nach innen zu lenken.

Unterrichtsmethoden

Mysore Style

Ashtanga Yoga wird traditionell im sogenannten Mysore Style unterrichtet. Diese Form des Unterrichts ist nach der südindischen Stadt Mysore, der Heimat des Ashtanga Yoga, benannt. Mysore Style ist Einzelunterricht in einer Gruppenatmosphäre. Dabei lernt jeder Schüler Stück für Stück die Ashtanga-Sequenz, sodass er diese selbstständig praktizieren kann. Das hat den Vorteil, dass jeder in seinem eigenen Atemrhythmus üben kann und sich die Praxis auf die körperlichen Gegebenheiten anpassen lässt. Somit ist der Unterricht im Mysore Style für Anfänger und Fortgeschrittenere die optimale Unterrichtsmethode.

LED Class

Die LED Class ist für Schüler geeignet, die die Abfolge der Positionen bereits beherrschen. Dabei wird in Sanskrit durch die Positionen gezählt, sodass sich alle synchron bewegen. Die LED Class dient der Kultivierung eines gleichmäßigen Rhythmus und erinnert den Schüler zudem an den detaillierten Ablauf der Bewegungen und an die Blickrichtung in den Positionen.